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28.02.08

Rouran

Restaurants mit chinesisch-taiwanesischer Küche, die sich auf vegetarisches Essen spezialisiert haben, bieten oft eine fantastische Auswahl an Fake-Meat-Gerichten auf der Basis von Soja oder Gluten an. So auch das Rouran in Ikebukuro. Hier gibt es eine breitgefächerte Auswahl an Speisen wie Tonkatsu und Rindergeschnetzeltem, ja sogar Fischgerichte sind auf der Karte zu finden, und das alles ohne die Beigabe von totem Tier! Eine Zeitlang dachte ich, dass es sich bei dem Rouran um ein rein vegetarisches Restaurant handeln würde, bis ich die Karte eines Tages umdrehte und bemerkte, dass auf der anderen Seite das nicht vegetarische Menü abgedruckt ist. Es gibt tatsächlich von jedem Gericht eine vegetarische Variante und durch die Übersichtlichkeit und die Tatsache, dass angenehmerweise alles auch ins Englische übersetzt ist, kommt man nicht in die Verlegenheit versehentlich etwas Falsches zu bestellen.
Umso erstaunlicher ist es wie gut das Personal im Rouran die vegetarische Kochkunst beherrscht. Das Tonkatsu-Set ist sehr lecker und besonders überzeugen können auch die Ramen, die eine wahre Seltenheit darstellen, denn mir ist bis jetzt kein anderes Restaurant in Tokyo bekannt, in dem man sich an veganen Ramen erfreuen könnte. Dies ist auch der Grund warum ich mich bei meiner Bestellung hier nie zwischen dem Tonkatsu-Set und den Ramen entscheiden kann. Wenn Ihr die Chance habt, probiert am besten beides! Alle Gerichte der vegetarischen Karte sind im Normalfall vegan, vergesst aber trotzdem nicht der Bedienung zu sagen, dass Ihr Euer Essen ohne Ei zubereitet haben wollt, damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt.

Das Rouran ist eventuell nicht ganz einfach zu finden, zumal das Restaurant keine Homepage unterhält, auf der sich eine Karte finden lassen würde. Es ist also zu empfehlen beim ersten Besuch einen Ortskundigen mitzunehmen oder die genaue Lage vorher auf einem Stadtplan nachzuschauen.
Ganz wichtig ist, dass Ihr von der JR-Ikebukuro Station nicht den Osttausgang nehmt, der zur Sunshine-douri etc. führt, sondern den Westausgang! Von dort aus müsste das Restaurant in c.a. 5-10 Minuten Fußweg zu erreichen sein.
Ein Besuch in Ikebukuro lohnt sich im Übrigen immer. Ausgehend von der Ostseite des Bahnhofs gibt es allerlei zu entdecken, z.b. mehrere Kinos, ein Sega-Gamcenter, einen großen Sanrio-Shop mit zwei Stockwerken, ein Shopping Center namens Sunshine City mit vielen Geschäften, jede Menge Anime- und Mangaläden und natürlich das leuchtend blaue 60 Sunshine, ein gigantischer, 60 Stockwerke hoher Wolkenkratzer, von dem man eine atemberaubende Aussicht auf ganz Tokyo hat.

Öffnungszeiten: täglich 11.00 – 22.00 Uhr.


Rouran
Ikebukuro Biru 1F
Nishi-Ikebukuro 2-39-8
Toshima-ku

Tel: 03-3984-4981

24.02.08

Dotour - ドトール

Obwohl ich weder eine große Freundin von marktdominierenden Ketten, noch leidenschaftliche Kaffeetrinkerin bin, muss ich mich dennoch als riesigen Dotour-Fan outen!
Dotour ist mit 1400 Filialen die größte Coffeeshopkette Japans und, seit den 70er Jahren operierend, auch die älteste. Das Konzept ist bereits von Starbucks bekannt: Man wird nicht bedient, sondern bestellt sich vorne am Counter seinen Kaffee, bezahlt und sucht sich einen Platz; soweit nichts Neues.
Das Innendesign ist, wie bei den meisten Coffeshopketten, überall relativ ähnlich. Warme Brauntöne dominieren und laden zum Entspannen ein. Ich habe hier schon viele angenehme Stunden verbracht, meine Hausaufgaben für die Uni erledigt oder bin einfach nur meinen Gedanken nachgehangen.
Kommen wir aber zum Angebot. Natürlich gibt es alle üblichen Kaffeesorten (Cappuccino, Mocha , Espresso, Latte Macchiato etc.), ein paar Fruchtsäfte (Orangen-, Grapefruit- oder Gemüsesaft), an Snacks für Vegetarier eine hübsche kleine Auswahl an Kuchen (z.b. den Strawberry Short Cake) oder ein Cheddar-Käsetoast-Sandwich und für den veganen Kaffeeliebhaber einen absolut vorzüglichen Ice Latte mit Sojamilch. Ich weiß nicht was die in den Kaffee tun, aber ich bin definitiv hochgradig süchtig nach dem Zeug! Natürlich kann man seinen Eiskaffee auch pur genießen wenn man auf schwarzen Kaffe steht. Zum Süßen wird in Japan meist eine Art Syrup verwendet, der wie Kaffeesahne in kleine runde Plastikbehälter gefüllt ist und den man sich am Counter selbst mitnehmen kann.
Alle Kaffeesorten, die hier mit Milch angeboten werden, sind auf der Karte auch als Sojamilchvariante gelistet oder können auf Wunsch vegan zubereitet werden. Neu im Sortiment sind ein Brown Sugar- und ein Macha-Latte, letzteren gibt es auch als Eiskaffe-Version und ich kann es kaum erwarten diesen auszutesten! Jeder Kaffee kostet c.a. 200 - 300 Yen, was ein guter Preis ist, wie ich finde, jedenfalls billiger als Starbucks!
Auf der Homepage kann man sich mit der Allergikertabelle selbst über die Inhaltsstoffe der einzelnen Getränke und Speisen informieren, was definitiv eine gute Sache ist und lästiges Nachfragen erspart.

Öffnungszeiten: von Filiale zu Filiale unterschiedlich. Schaut auf der Homepage nach!

Homepage: http://www.doutor.co.jp/dcs

Dotour -ドトール
Asahi Shinjuku Biru 1F
Nishi-Shinjuku 1-13-8
Shinjuku-ku


Tel: 03-33-45-9668

DONA - ドナ

Aufgrund fehlender vegetarischer Alternativen japanischen Essens (es wird beim Kochen fast immer Dashi bzw. andere Fischprodukte verwendet) sind Vegetarier/Veganer in Japan, besonders beim Speisen außerhalb der eigenen vier Wände, oft auf Youshoku (europäisches bzw. westliches Essen) angewiesen.
Neben den typischen Fastfoodketten wie McMurder und Co sind Pastarestaurants (Spaghetti-ya) inzwischen die verbreiteteste und sicher auch beliebteste Form westlicher Esskultur in Japan, was sicher nicht zuletzt auch mit der Vorliebe der Japaner für Nudelgerichte wie Ramen und Soba zusammenhängt. So wurden viele Spaghettige- richte „japanisiert“, z.b. durch das Hinzufügen von Nori oder Sojasoße und so manch Japaner isst seine Spaghetti auch schon mal mit Stäbchen, was uns Europäer etwas verwundert den Kopf schütteln lässt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass andere Gerichte der italienischen Küche noch eher selten auf den Speisekarten zu finden sind. Die bei uns so beliebte Pizza z.b., in Deutschland und den USA inzwischen Junk Food Nr.1, ist in Japan immer noch ein bisschen etwas besonderes und vergleichsweise oft ziemlich teuer. Trotzdem werden in vielen italienischen Restaurants zunehmend auch andere Speisen angeboten, wie Risotto, Penne oder Lasagne und hin und wieder ist auch die ein oder andere Pizza zu finden, von der meist mindestens eine vegetarische Variation dabei ist. Da Pastarestaurants in Toyko inzwischen an fast jeder Ecke zu finden sind und daher besonders für Kurzzeitbesucher oft der Retter in der Not auf der Suche nach etwas Vertrautem und Essbarem sind, möchte ich Euch hier eine Reihe davon vorstellen.

Mit Abstand mein persönlicher Favorit ist die Restaurantkette DONA, die 27 Filialen in ganz Tokyo unterhält. Was mir immer wieder positiv an DONA auffällt ist, dass hier nicht mit Gemüse und anderen Zutaten gespart wird und man wie in manch anderem Restaurant seine Gemüsestückchen buchstäblich in der Soße suchen muss. Außerdem sind die Portionen hier nicht so winzig wie oft in Japan üblich. Für moderate 700 Yen bekommt man einen recht großen Teller und wenn man wirklich einen Riesenhunger und Sorge haben sollte davon nicht satt zu werden, kann man für 100 Yen Zuschlag eine Oomori (extragroße Portion) ordern, die garantiert jeden noch so großen Hunger still.
Natürlich gibt es hier die üblichen Peperonchino auf der Karte. Die restlichen Spaghettigerichte enthalten zumeist Speck, Schinken oder Fisch. Das Menü ist auf japanisch und zwar mit reichlich sehr apetitanregenden Bildern versehen, jedoch täuschen manche Fotos und Beschreibungen über den Inhalt nichtvegetarischer Inhaltsstoffe hinweg. Fragt in jedem Fall bei Eurer Bestellung genau nach. Das sollte Euch jedoch nicht abhalten hier zu essen und einfach eine vegetarische Variante zu verlangen. Bei DONA ist das kein Problem und ich habe hier noch nie böse Überraschungen erlebt.
Wärmstens empfehlen kann ich Euch die Spaghetti mit Yasai-batake- Tomatensoße. Sagt einfach, dass Ihr Eure Pasta „beekon nashi de“ (ohne Speck) haben wollt und Ihr bekommt wirklich superbe Spaghetti mit köstlicher Tomatensoße, ganzen Brokkoli, Auberginescheiben und verschiedenen Pilzen serviert. Frischen Parmesankäse und Tobasco könnt Ihr Euch selbst nehmen so viel Ihr wollt, ich habe mir immer meine eigene vegane Parmesanalternative von zu Hause mitgenommen.
Die Yasai-batake-Spaghetti konnte ich ohne Probleme mehrmals die Woche essen, ohne, dass ich sie je leid geworden bin. Vielmehr vermisse ich die Pasta bei DONA in Deutschland zuweilen sogar, denn so lecker wie dort bekomme ich sie zu Hause selbst einfach nicht hin!
Ich schreibe Euch hier einfach mal die Adresse von einer der Shinjuku-Filialen auf, sie ist vom Ostausgang der Shinjuku-Sation in nur 3 Minuten zu Fuss zu erreichen. Die Adressen der anderen Filialen findet Ihr auf japanisch auf DONAs Homepage.

Öffnungszeiten: je nach Filiale unterschiedlich. Schaut am besten auf der Homepage nach.

Homepage: http://www.towafood-net.co.jp/spaghettiya/index.htm

DONA - ドナ
Touwa Biru 1F
3-21-3 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tel: 03-3352-4176

23.02.08

Vie de France

Könnt Ihr Euch noch an die ersten Bäckereien erinnern, die in den 90er Jahren anfingen in ihrem Laden Kaffee anzubieten und ihre Backstuben mit Stühlen und kleinen Tischen auszustatteten, so dass man sein Frühstück oder Snack auch gemütlich im Sitzen einnehmen konnte?
In Japan war das erste Bäckereiunternehmen, das in seine Geschäfte kleine Cafes integrierte Vie de France. Bei diesem Betrieb handelt es sich eigentlich um ein Backunternehmen aus den USA, das in den 70er Jahren auf die Idee gekommen war die einheimischen Bevölkerung mit mehr oder weniger authentischer europäischer Qualitätsbackware zu versorgen. 1991 wurde die Firma schließlich von Yamazaki angekauft, einer der größten Großbäckereien Japans mit über 22 Fabriken im Land. Aus Vie de France wurde Vie de France Yamazaki Inc., man behielt jedoch den Namen Vie de France bei, da der japanische Name nicht so ganz zu dem französischen Konzept passte. Heute sind die Vie de France Bäckerei-Cafes über ganz Japan verteilt, aktuell 180 an der Zahl, davon fast 50 allein im Raum Tokyo.
In Shinjuku gibt es gleich mehrere Läden der Kette, eines davon recht günstig gelegen, im zweiten Kellergeschosses des Lumine 1, einem Kaufhaus, das sich direkt am bzw. im Shinjuku-Bahnhof befindet.
Neben französischem Backsortiment wie Crossaints und weißem Brot, werden hier natürlich auch das übliche Melonpan, Currypan usw. verkauft. Was wäre eine Bäckerei in Japan ohne sie?
Vegetarisches Gebäck gibt es hier eine ganze Menge, z.b. Kuchen und andere kleine Snacks. Achtet aber ein wenig auf die Inhaltsstoffe, denn in Japan versieht man das Innere von unschuldig aussehndem Gebäck auch gerne mit totem Tier, wie Würstchen oder Speck.
Für sich vegan ernährende Menschen sieht es wie immer in japanischen Bäckereien eher düster aus. Wenn Ihr Glück habt, könnt Ihr vielleicht einen Blueberry Bagel oder ein Baguette ergattern. Aber das Gute an Vie de France und auch der Grund warum ich überhaupt über diese Ladenkette berichte, ist, dass Ihr Euch hier auch einen guten Kaffee mit Sojamilch zubereiten lassen könnt, z.b. einen heißen oder kalten Soja-Latte Macchiato. Der Himmel auf Erden sind allerdings die Sojamilchshakes, die es hier gibt. Obwohl der Kiwi-Shake schon fast einen Oscar verdient hätte, schlägt der Kurogoma-Shake diesen geschmacklich noch um Längen und macht wirklich süchtig! Beide sind in ihrer Konsistenz unglaublich cremig und da gekühlt dabei trotzdem sehr erfrischend. Ein super Sommergetränk und für 350 Yen auch nicht übertrieben teuer.
Ich habe gelesen, dass es bei Vie de France jetzt auch einen Kuroguma-Bananen-Sojashake geben soll. Ob dieser allerdings die anderen Geschmacksorten abgelöst hat und das Angebot von Season zu Season wechselt, konnte ich leider noch nicht herausfinden, da auf der offiziellen Homepage keine Getränkekarte zu finden ist. Falls Ihr aktuelle Infos habt, lasst es mich bitte wissen!
Öffnungszeiten: Täglich von 8.00 – 22.00 Uhr. Die meisten anderen Filialen von Vie de France haben von 7.00 – 21.00 Uhr geöffnet und einige wenige haben Sonntags und an Feiertagen geschlossen.

Homepage: http://www.viedefrance.co.jp/

Vie de France
Lumine 1 B2F
1-1-5 Shinjuku
Shinjuku-ku

20.02.08

Bagel & Bagel

Bagel sind eine der wenigen veganen Gebäcksorten, die in Ja- pan zu bekommen sind. In Tokyo ist es oftmals leichter Bagel zu finden, als Brot ohne Milchprodukte aufzutreiben. Im Zuge der Amerikanisierung schossen nicht nur US-, sowie einheimische Fastfoodketten wie Pilze aus dem Boden, sondern auch Cafes, die sich auf nordamerikanisches Gebäck, wie Donuts spezialisiert haben (Eigentlich ist der Bagel ursprünglich in Europa entstanden und über die jüdische Bevölkerung in die USA gelangt, aber das scheint dort, wie auch im fernen Osten niemanden mehr zu interessieren). Bagel sind in Japan definitiv auf dem Erfolgskurs und schon um einiges verbreiteter als in Deutschland.
So freute ich mich, als ich vor einem Kinobesuch im Roppongi Hills in dem riesigen Gebäudekomplex ganz unverhofft ein Cafe fand, das ausschließlich dieses runde Hefegebäck mit dem Loch in der Mitte in allen erdenklichen Varianten anbietet. Ob ganz simple als plain, in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen oder wie oft in den USA als Sandwich mit Frischkäse innen gereicht, hier wird der Bagelliebhaber garantiert fündig. Außerdem werden noch Getränke wie Softdrinks, Säfte und Bio-Kaffee angeboten.
Innen ist das Cafe klein, aber gemütlich und draußen sind reichlich Sitzgelegenheiten vorhanden, so dass man auch dort essen und trinken und dabei das rege Treiben im Gebäude beobachten kann. Aber der Clue an der ganzen Sache war, dass Bagel & Bagel seinerzeit gerade einen veganen Tofuburger im Programm hatte, bestehend aus zwei gerösteten Bagelscheiben, Tofu mit Misososse, Sesam, Renkon, Karotten und Salat. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe es nicht bereut. Der Burger war wirklich sehr lecker und mal etwas anderes als die typischen Veggie-Burger, die man so kennt. Leider sind diese speziellen Sandwiches immer nur Seasonangebote und das Angebot wechselt alle paar Monate. Ein Blick auf die Karte von Bagel & Bagel's Homepage hat mir verraten, dass dort gerade nur ein Fischsandwich als Special zu haben ist, aber es lohnt sich vielleicht immer mal wieder zu schauen. Also, falls ihr vielleicht eh im Roppongi Hills-Komplex unterwegs seid und euch der kleine Hunger zwischendurch packt, fahrt einfach mit der Rolltreppe in das unterste Geschoss und schnappt euch einen Bagel!
Bagel & Bagel hat übrigens noch Filialen in Shibuya, Ikebukuro, Ebisu, Hiroo und Kanda Jimbucho.
Die genauen Adressen findet ihr auf japanisch auf ihrer Webseite.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8-21 Uhr, Samstags 9-20 Uhr, Sonntags/Feiertags 9-19 Uhr.

Homepage: http://c11qv3fy.securesites.net/bb

Bagel & Bagel
Torasuti Biru 1F & B1F
Roppongi 7-3-13

Tel: 03-577-6330