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27.02.08

Natural House

Ihr habt Euch sicher schon gefragt, ob es in Japan so etwas wie Reformhäuser oder Bioläden gibt, in denen Ihr Euren alltäglichen Bedarf an vegan/ vegetarischen Lebensmitteln für zu Hause decken könnt. Die gute Nachricht ist, es gibt eine Reihe an sogenannten „Health Food Stores“ (natürlich in ihrer Anzahl verschwindend gering im Vergleich zu Deutschland oder anderen Ländern), und sogar eine Kette namens Natural House mit insgesamt 15 Läden in Tokyo.
Die schlechte Nachricht ist, dass Ihr nicht davon ausgehen könnt auch nur ein annähernd so großes oder ähnliches speziell an eine vegan/ vegetarische Kundschaft ausgerichtetes Nahrungsmittelsortiment vorzufinden. Im Gegenteil werdet Ihr bei Eurem ersten Besuch wahrscheinlich mittelmäßig bis schwer enttäuscht sein. Das Personal in japanischen Health Food Stores kann normalerweise, wie überall in diesem Land, mitnichten etwas mit dem Begriff „vegan“ anfangen. So seid Ihr beim Inhaltlistenwälzen einmal wieder auf Eure (hoffentlich vorhandenen) Kanjikenntnisse angewiesen.
Health Food Stores zielen in allererster Linie auf ein Publikum ab, das sich gesundheitsbewusst und von Bio-Produkten ernähren möchte. Deshalb ist die Suche nach Produkten wie z.b. veganem Brotaufstrich, Nutella, Sojasahne oder Käseersatz leider vergebene Liebesmüh. Ich habe nach monatelanger Suche in der größten Filiale von Natural House in Aoyama einen einzigen Käse gefunden, der mit „vegetarian cheese“ beschriftet war. Doch meine Freude währte nur kurz, da dieser laut Inhaltsliste hinten auf der Packung Milch beinhaltete. „Nur ein ganz klein wenig für das Aroma“, wie mir ein Mitarbeiter wie selbstverständlich mitteilte...
Kommen wir aber zu den Produkten, für die sich ein Besuch im Natural House lohnt oder sogar notwendig ist. Es gibt hier vegane Instant-Ramen, die Ihr in normalen Geschäften vergeblich suchen könnt. Auch Sojaeiscreme und veganes Brot sind hier zu bekommen. Ich habe außerdem gelesen, dass man ab und zu sogar veganes Gebäck oder eine veganes Bento ergattern kann, wenn man Glück hat. Und ganz wichtig, man kann sich im Natural House vegane Margarine bestellen, leider muss man dabei eine ganze Woche Lieferzeit in Kauf nehmen. Vegetarier werden sich über eine Sorte vegetarische Wurst, sowie verschiedene Burger-Alternativen freuen können. Ein Nachteil sind natürlich die überhöhten Preise, wie man sie zum Teil in Deutschland auch aus den Reformhäusern gewohnt ist. Trotzdem führt wohl für viele Vegetarier und die meisten Veganer, die sich länger als nur für einen Urlaub in Japan aufhalten, an einem gelegentlichem Besuch im nächsten Health Food Store kein Weg vorbei.

Öffnungszeiten: je nach Filiale unterschiedlich. Schaut auf der Homepage nach!

Homepage: http://www.naturalhouse.co.jp/

Natural House
Kitazawa 2-26-3
Sentagaya-ku

Tel: 03-3465-8556

24.02.08

Dotour - ドトール

Obwohl ich weder eine große Freundin von marktdominierenden Ketten, noch leidenschaftliche Kaffeetrinkerin bin, muss ich mich dennoch als riesigen Dotour-Fan outen!
Dotour ist mit 1400 Filialen die größte Coffeeshopkette Japans und, seit den 70er Jahren operierend, auch die älteste. Das Konzept ist bereits von Starbucks bekannt: Man wird nicht bedient, sondern bestellt sich vorne am Counter seinen Kaffee, bezahlt und sucht sich einen Platz; soweit nichts Neues.
Das Innendesign ist, wie bei den meisten Coffeshopketten, überall relativ ähnlich. Warme Brauntöne dominieren und laden zum Entspannen ein. Ich habe hier schon viele angenehme Stunden verbracht, meine Hausaufgaben für die Uni erledigt oder bin einfach nur meinen Gedanken nachgehangen.
Kommen wir aber zum Angebot. Natürlich gibt es alle üblichen Kaffeesorten (Cappuccino, Mocha , Espresso, Latte Macchiato etc.), ein paar Fruchtsäfte (Orangen-, Grapefruit- oder Gemüsesaft), an Snacks für Vegetarier eine hübsche kleine Auswahl an Kuchen (z.b. den Strawberry Short Cake) oder ein Cheddar-Käsetoast-Sandwich und für den veganen Kaffeeliebhaber einen absolut vorzüglichen Ice Latte mit Sojamilch. Ich weiß nicht was die in den Kaffee tun, aber ich bin definitiv hochgradig süchtig nach dem Zeug! Natürlich kann man seinen Eiskaffee auch pur genießen wenn man auf schwarzen Kaffe steht. Zum Süßen wird in Japan meist eine Art Syrup verwendet, der wie Kaffeesahne in kleine runde Plastikbehälter gefüllt ist und den man sich am Counter selbst mitnehmen kann.
Alle Kaffeesorten, die hier mit Milch angeboten werden, sind auf der Karte auch als Sojamilchvariante gelistet oder können auf Wunsch vegan zubereitet werden. Neu im Sortiment sind ein Brown Sugar- und ein Macha-Latte, letzteren gibt es auch als Eiskaffe-Version und ich kann es kaum erwarten diesen auszutesten! Jeder Kaffee kostet c.a. 200 - 300 Yen, was ein guter Preis ist, wie ich finde, jedenfalls billiger als Starbucks!
Auf der Homepage kann man sich mit der Allergikertabelle selbst über die Inhaltsstoffe der einzelnen Getränke und Speisen informieren, was definitiv eine gute Sache ist und lästiges Nachfragen erspart.

Öffnungszeiten: von Filiale zu Filiale unterschiedlich. Schaut auf der Homepage nach!

Homepage: http://www.doutor.co.jp/dcs

Dotour -ドトール
Asahi Shinjuku Biru 1F
Nishi-Shinjuku 1-13-8
Shinjuku-ku


Tel: 03-33-45-9668

DONA - ドナ

Aufgrund fehlender vegetarischer Alternativen japanischen Essens (es wird beim Kochen fast immer Dashi bzw. andere Fischprodukte verwendet) sind Vegetarier/Veganer in Japan, besonders beim Speisen außerhalb der eigenen vier Wände, oft auf Youshoku (europäisches bzw. westliches Essen) angewiesen.
Neben den typischen Fastfoodketten wie McMurder und Co sind Pastarestaurants (Spaghetti-ya) inzwischen die verbreiteteste und sicher auch beliebteste Form westlicher Esskultur in Japan, was sicher nicht zuletzt auch mit der Vorliebe der Japaner für Nudelgerichte wie Ramen und Soba zusammenhängt. So wurden viele Spaghettige- richte „japanisiert“, z.b. durch das Hinzufügen von Nori oder Sojasoße und so manch Japaner isst seine Spaghetti auch schon mal mit Stäbchen, was uns Europäer etwas verwundert den Kopf schütteln lässt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass andere Gerichte der italienischen Küche noch eher selten auf den Speisekarten zu finden sind. Die bei uns so beliebte Pizza z.b., in Deutschland und den USA inzwischen Junk Food Nr.1, ist in Japan immer noch ein bisschen etwas besonderes und vergleichsweise oft ziemlich teuer. Trotzdem werden in vielen italienischen Restaurants zunehmend auch andere Speisen angeboten, wie Risotto, Penne oder Lasagne und hin und wieder ist auch die ein oder andere Pizza zu finden, von der meist mindestens eine vegetarische Variation dabei ist. Da Pastarestaurants in Toyko inzwischen an fast jeder Ecke zu finden sind und daher besonders für Kurzzeitbesucher oft der Retter in der Not auf der Suche nach etwas Vertrautem und Essbarem sind, möchte ich Euch hier eine Reihe davon vorstellen.

Mit Abstand mein persönlicher Favorit ist die Restaurantkette DONA, die 27 Filialen in ganz Tokyo unterhält. Was mir immer wieder positiv an DONA auffällt ist, dass hier nicht mit Gemüse und anderen Zutaten gespart wird und man wie in manch anderem Restaurant seine Gemüsestückchen buchstäblich in der Soße suchen muss. Außerdem sind die Portionen hier nicht so winzig wie oft in Japan üblich. Für moderate 700 Yen bekommt man einen recht großen Teller und wenn man wirklich einen Riesenhunger und Sorge haben sollte davon nicht satt zu werden, kann man für 100 Yen Zuschlag eine Oomori (extragroße Portion) ordern, die garantiert jeden noch so großen Hunger still.
Natürlich gibt es hier die üblichen Peperonchino auf der Karte. Die restlichen Spaghettigerichte enthalten zumeist Speck, Schinken oder Fisch. Das Menü ist auf japanisch und zwar mit reichlich sehr apetitanregenden Bildern versehen, jedoch täuschen manche Fotos und Beschreibungen über den Inhalt nichtvegetarischer Inhaltsstoffe hinweg. Fragt in jedem Fall bei Eurer Bestellung genau nach. Das sollte Euch jedoch nicht abhalten hier zu essen und einfach eine vegetarische Variante zu verlangen. Bei DONA ist das kein Problem und ich habe hier noch nie böse Überraschungen erlebt.
Wärmstens empfehlen kann ich Euch die Spaghetti mit Yasai-batake- Tomatensoße. Sagt einfach, dass Ihr Eure Pasta „beekon nashi de“ (ohne Speck) haben wollt und Ihr bekommt wirklich superbe Spaghetti mit köstlicher Tomatensoße, ganzen Brokkoli, Auberginescheiben und verschiedenen Pilzen serviert. Frischen Parmesankäse und Tobasco könnt Ihr Euch selbst nehmen so viel Ihr wollt, ich habe mir immer meine eigene vegane Parmesanalternative von zu Hause mitgenommen.
Die Yasai-batake-Spaghetti konnte ich ohne Probleme mehrmals die Woche essen, ohne, dass ich sie je leid geworden bin. Vielmehr vermisse ich die Pasta bei DONA in Deutschland zuweilen sogar, denn so lecker wie dort bekomme ich sie zu Hause selbst einfach nicht hin!
Ich schreibe Euch hier einfach mal die Adresse von einer der Shinjuku-Filialen auf, sie ist vom Ostausgang der Shinjuku-Sation in nur 3 Minuten zu Fuss zu erreichen. Die Adressen der anderen Filialen findet Ihr auf japanisch auf DONAs Homepage.

Öffnungszeiten: je nach Filiale unterschiedlich. Schaut am besten auf der Homepage nach.

Homepage: http://www.towafood-net.co.jp/spaghettiya/index.htm

DONA - ドナ
Touwa Biru 1F
3-21-3 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tel: 03-3352-4176