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24.02.08

Dotour - ドトール

Obwohl ich weder eine große Freundin von marktdominierenden Ketten, noch leidenschaftliche Kaffeetrinkerin bin, muss ich mich dennoch als riesigen Dotour-Fan outen!
Dotour ist mit 1400 Filialen die größte Coffeeshopkette Japans und, seit den 70er Jahren operierend, auch die älteste. Das Konzept ist bereits von Starbucks bekannt: Man wird nicht bedient, sondern bestellt sich vorne am Counter seinen Kaffee, bezahlt und sucht sich einen Platz; soweit nichts Neues.
Das Innendesign ist, wie bei den meisten Coffeshopketten, überall relativ ähnlich. Warme Brauntöne dominieren und laden zum Entspannen ein. Ich habe hier schon viele angenehme Stunden verbracht, meine Hausaufgaben für die Uni erledigt oder bin einfach nur meinen Gedanken nachgehangen.
Kommen wir aber zum Angebot. Natürlich gibt es alle üblichen Kaffeesorten (Cappuccino, Mocha , Espresso, Latte Macchiato etc.), ein paar Fruchtsäfte (Orangen-, Grapefruit- oder Gemüsesaft), an Snacks für Vegetarier eine hübsche kleine Auswahl an Kuchen (z.b. den Strawberry Short Cake) oder ein Cheddar-Käsetoast-Sandwich und für den veganen Kaffeeliebhaber einen absolut vorzüglichen Ice Latte mit Sojamilch. Ich weiß nicht was die in den Kaffee tun, aber ich bin definitiv hochgradig süchtig nach dem Zeug! Natürlich kann man seinen Eiskaffee auch pur genießen wenn man auf schwarzen Kaffe steht. Zum Süßen wird in Japan meist eine Art Syrup verwendet, der wie Kaffeesahne in kleine runde Plastikbehälter gefüllt ist und den man sich am Counter selbst mitnehmen kann.
Alle Kaffeesorten, die hier mit Milch angeboten werden, sind auf der Karte auch als Sojamilchvariante gelistet oder können auf Wunsch vegan zubereitet werden. Neu im Sortiment sind ein Brown Sugar- und ein Macha-Latte, letzteren gibt es auch als Eiskaffe-Version und ich kann es kaum erwarten diesen auszutesten! Jeder Kaffee kostet c.a. 200 - 300 Yen, was ein guter Preis ist, wie ich finde, jedenfalls billiger als Starbucks!
Auf der Homepage kann man sich mit der Allergikertabelle selbst über die Inhaltsstoffe der einzelnen Getränke und Speisen informieren, was definitiv eine gute Sache ist und lästiges Nachfragen erspart.

Öffnungszeiten: von Filiale zu Filiale unterschiedlich. Schaut auf der Homepage nach!

Homepage: http://www.doutor.co.jp/dcs

Dotour -ドトール
Asahi Shinjuku Biru 1F
Nishi-Shinjuku 1-13-8
Shinjuku-ku


Tel: 03-33-45-9668

DONA - ドナ

Aufgrund fehlender vegetarischer Alternativen japanischen Essens (es wird beim Kochen fast immer Dashi bzw. andere Fischprodukte verwendet) sind Vegetarier/Veganer in Japan, besonders beim Speisen außerhalb der eigenen vier Wände, oft auf Youshoku (europäisches bzw. westliches Essen) angewiesen.
Neben den typischen Fastfoodketten wie McMurder und Co sind Pastarestaurants (Spaghetti-ya) inzwischen die verbreiteteste und sicher auch beliebteste Form westlicher Esskultur in Japan, was sicher nicht zuletzt auch mit der Vorliebe der Japaner für Nudelgerichte wie Ramen und Soba zusammenhängt. So wurden viele Spaghettige- richte „japanisiert“, z.b. durch das Hinzufügen von Nori oder Sojasoße und so manch Japaner isst seine Spaghetti auch schon mal mit Stäbchen, was uns Europäer etwas verwundert den Kopf schütteln lässt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass andere Gerichte der italienischen Küche noch eher selten auf den Speisekarten zu finden sind. Die bei uns so beliebte Pizza z.b., in Deutschland und den USA inzwischen Junk Food Nr.1, ist in Japan immer noch ein bisschen etwas besonderes und vergleichsweise oft ziemlich teuer. Trotzdem werden in vielen italienischen Restaurants zunehmend auch andere Speisen angeboten, wie Risotto, Penne oder Lasagne und hin und wieder ist auch die ein oder andere Pizza zu finden, von der meist mindestens eine vegetarische Variation dabei ist. Da Pastarestaurants in Toyko inzwischen an fast jeder Ecke zu finden sind und daher besonders für Kurzzeitbesucher oft der Retter in der Not auf der Suche nach etwas Vertrautem und Essbarem sind, möchte ich Euch hier eine Reihe davon vorstellen.

Mit Abstand mein persönlicher Favorit ist die Restaurantkette DONA, die 27 Filialen in ganz Tokyo unterhält. Was mir immer wieder positiv an DONA auffällt ist, dass hier nicht mit Gemüse und anderen Zutaten gespart wird und man wie in manch anderem Restaurant seine Gemüsestückchen buchstäblich in der Soße suchen muss. Außerdem sind die Portionen hier nicht so winzig wie oft in Japan üblich. Für moderate 700 Yen bekommt man einen recht großen Teller und wenn man wirklich einen Riesenhunger und Sorge haben sollte davon nicht satt zu werden, kann man für 100 Yen Zuschlag eine Oomori (extragroße Portion) ordern, die garantiert jeden noch so großen Hunger still.
Natürlich gibt es hier die üblichen Peperonchino auf der Karte. Die restlichen Spaghettigerichte enthalten zumeist Speck, Schinken oder Fisch. Das Menü ist auf japanisch und zwar mit reichlich sehr apetitanregenden Bildern versehen, jedoch täuschen manche Fotos und Beschreibungen über den Inhalt nichtvegetarischer Inhaltsstoffe hinweg. Fragt in jedem Fall bei Eurer Bestellung genau nach. Das sollte Euch jedoch nicht abhalten hier zu essen und einfach eine vegetarische Variante zu verlangen. Bei DONA ist das kein Problem und ich habe hier noch nie böse Überraschungen erlebt.
Wärmstens empfehlen kann ich Euch die Spaghetti mit Yasai-batake- Tomatensoße. Sagt einfach, dass Ihr Eure Pasta „beekon nashi de“ (ohne Speck) haben wollt und Ihr bekommt wirklich superbe Spaghetti mit köstlicher Tomatensoße, ganzen Brokkoli, Auberginescheiben und verschiedenen Pilzen serviert. Frischen Parmesankäse und Tobasco könnt Ihr Euch selbst nehmen so viel Ihr wollt, ich habe mir immer meine eigene vegane Parmesanalternative von zu Hause mitgenommen.
Die Yasai-batake-Spaghetti konnte ich ohne Probleme mehrmals die Woche essen, ohne, dass ich sie je leid geworden bin. Vielmehr vermisse ich die Pasta bei DONA in Deutschland zuweilen sogar, denn so lecker wie dort bekomme ich sie zu Hause selbst einfach nicht hin!
Ich schreibe Euch hier einfach mal die Adresse von einer der Shinjuku-Filialen auf, sie ist vom Ostausgang der Shinjuku-Sation in nur 3 Minuten zu Fuss zu erreichen. Die Adressen der anderen Filialen findet Ihr auf japanisch auf DONAs Homepage.

Öffnungszeiten: je nach Filiale unterschiedlich. Schaut am besten auf der Homepage nach.

Homepage: http://www.towafood-net.co.jp/spaghettiya/index.htm

DONA - ドナ
Touwa Biru 1F
3-21-3 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tel: 03-3352-4176

23.02.08

Vie de France

Könnt Ihr Euch noch an die ersten Bäckereien erinnern, die in den 90er Jahren anfingen in ihrem Laden Kaffee anzubieten und ihre Backstuben mit Stühlen und kleinen Tischen auszustatteten, so dass man sein Frühstück oder Snack auch gemütlich im Sitzen einnehmen konnte?
In Japan war das erste Bäckereiunternehmen, das in seine Geschäfte kleine Cafes integrierte Vie de France. Bei diesem Betrieb handelt es sich eigentlich um ein Backunternehmen aus den USA, das in den 70er Jahren auf die Idee gekommen war die einheimischen Bevölkerung mit mehr oder weniger authentischer europäischer Qualitätsbackware zu versorgen. 1991 wurde die Firma schließlich von Yamazaki angekauft, einer der größten Großbäckereien Japans mit über 22 Fabriken im Land. Aus Vie de France wurde Vie de France Yamazaki Inc., man behielt jedoch den Namen Vie de France bei, da der japanische Name nicht so ganz zu dem französischen Konzept passte. Heute sind die Vie de France Bäckerei-Cafes über ganz Japan verteilt, aktuell 180 an der Zahl, davon fast 50 allein im Raum Tokyo.
In Shinjuku gibt es gleich mehrere Läden der Kette, eines davon recht günstig gelegen, im zweiten Kellergeschosses des Lumine 1, einem Kaufhaus, das sich direkt am bzw. im Shinjuku-Bahnhof befindet.
Neben französischem Backsortiment wie Crossaints und weißem Brot, werden hier natürlich auch das übliche Melonpan, Currypan usw. verkauft. Was wäre eine Bäckerei in Japan ohne sie?
Vegetarisches Gebäck gibt es hier eine ganze Menge, z.b. Kuchen und andere kleine Snacks. Achtet aber ein wenig auf die Inhaltsstoffe, denn in Japan versieht man das Innere von unschuldig aussehndem Gebäck auch gerne mit totem Tier, wie Würstchen oder Speck.
Für sich vegan ernährende Menschen sieht es wie immer in japanischen Bäckereien eher düster aus. Wenn Ihr Glück habt, könnt Ihr vielleicht einen Blueberry Bagel oder ein Baguette ergattern. Aber das Gute an Vie de France und auch der Grund warum ich überhaupt über diese Ladenkette berichte, ist, dass Ihr Euch hier auch einen guten Kaffee mit Sojamilch zubereiten lassen könnt, z.b. einen heißen oder kalten Soja-Latte Macchiato. Der Himmel auf Erden sind allerdings die Sojamilchshakes, die es hier gibt. Obwohl der Kiwi-Shake schon fast einen Oscar verdient hätte, schlägt der Kurogoma-Shake diesen geschmacklich noch um Längen und macht wirklich süchtig! Beide sind in ihrer Konsistenz unglaublich cremig und da gekühlt dabei trotzdem sehr erfrischend. Ein super Sommergetränk und für 350 Yen auch nicht übertrieben teuer.
Ich habe gelesen, dass es bei Vie de France jetzt auch einen Kuroguma-Bananen-Sojashake geben soll. Ob dieser allerdings die anderen Geschmacksorten abgelöst hat und das Angebot von Season zu Season wechselt, konnte ich leider noch nicht herausfinden, da auf der offiziellen Homepage keine Getränkekarte zu finden ist. Falls Ihr aktuelle Infos habt, lasst es mich bitte wissen!
Öffnungszeiten: Täglich von 8.00 – 22.00 Uhr. Die meisten anderen Filialen von Vie de France haben von 7.00 – 21.00 Uhr geöffnet und einige wenige haben Sonntags und an Feiertagen geschlossen.

Homepage: http://www.viedefrance.co.jp/

Vie de France
Lumine 1 B2F
1-1-5 Shinjuku
Shinjuku-ku

22.02.08

Chaya

Shinjuku wird oft nicht nur das „Herz Tokyos“ genannt, der Shinjuku-Bahnhof weist zudem auch das höchste Passagieraufkommen der Welt auf und ist dementsprechend großflächig. Kein Tourist wird an einer Stepvisite in Shinjuku vorbeikommen, aber während es für den (all)gemeinen Omnivore in diesem Amüsierdistrikt nur so von Restaurants, Yakitori-Läden und Fressbuden wimmelt, fragt sich der hoffnungslos in riesigen Hochhausschluchten, Neonschildergewirr und immensen Menschenmassen verlorene vegane/vegetarische Besucher: „Wo um alles in der Welt bekomme ich hier etwas vernünftiges zu essen?“.
Wenn Ihr ruhig etwas mehr für ein Essen auszugeben bereit seid oder in Begleitung und einfach einmal „schön“ essen gehen wollt, ist das Chaya im Zetrum Shinjukus sicher keine schlechte Wahl.
Das Chaya ist ein makrobiotisches Restaurant in französischem Stil, in dem gesunde Ernährung groß geschrieben wird. Gemäß der Lehre der Makrobiotik wird hier ausschließlich mit Bio-Gemüse gekocht und auf die Verwendung von Fleisch, Milchprodukten, Ei, sowie weißen Zucker verzichtet, jedoch sind einige Fischgerichte auf der Speisekarte zu finden. Nichtsdestotrotz gibt es hier keine geringe Auswahl an vegetarischem und veganem Essen. Zu finden sind im Angebot viel Gemüse, Reis, Salat, Sojaprodukte, aber auch Nudel- und Currygerichte. Außerdem gibt es verschiedene vegane Desserts.
Ich habe hier einmal ein Menü gegessen, das aus einer Art Gemüse-Hacksteack und verschiedenen Beilagen bestand. Leider war dieses Gericht nicht so ganz nach meinem Geschmack. Das „Hacksteak“ war sehr weich in seiner Konsistenz und die Beilagen schmeckten zwar ziemlich frisch und leicht, aber waren nicht sehr außergewöhnlich zubereitet. Kein schlechtes Essen und sicherlich sehr gesund, aber für den Preis hatte ich einfach ein bisschen mehr erwartet. Das Chaya ist nämlich eher ein et- was „schickeres“ Restaurant. Deshalb muss man für das Lunch-Set schon so um die 2000-3000 Yen einrechnen und ein gutes Dinner kann auch mal bis zu 5000 Yen kosten.
Folglich ist das Lokal eher für besondere Anlässe geeignet oder um sich zum Essen einladen zu lassen.
Wenn Ihr nicht viel Geld in der Tasche habt und trotzdem einmal alleine hingehen möchtet um das Angebot zu probieren oder nur eine Kleinigkeit zu Euch nehmen wollt, empfehle ich Euch folgendes:
Bestellt das Fake-Rindfleisch von der Vorspeisenkarte. Das ist wirklich köstlich und gibt es bereits für 500 Yen. Es wird zusammen mit einer leckeren Tomatensoße zum Tunken gereicht und ist ohne Übertreibung mit das beste Fake-Meat, das ich je gegessen habe.
Falls Euch danach noch nach einem Nachtisch ist, könnt Ihr aus einer Auswahl an unterschiedlichen veganen Kuchen wählen. Der Strawberry-Shortcake ist sehr gut, wenn auch leider etwas klein für 500 Yen. Mit dieser Auswahl bekommt Ihr für knapp 1000 Yen eine schmackhafte Kostprobe, Euer Magen ist erst einmal gefüllt und Eure Geschmacksnerven auch befriedigt.
Reservieren ist je nach Zeitpunkt empfohlen, da es besonders an Feiertagen und Wochenenden schon einmal zu etwas Wartezeit kommen kann und Ihr solange auf den bereitgestellten Stühlen draußen Platz nehmen müsst, bis ein Tisch frei wird.
Innen ist das Chaya hell, lichtdurchflutet und farblich in schlichtem schwarz-weiss gehalten. Für die Langeweile liegen jede Menge makrobiotischer und vegetarischer Kochbücher bereit oder Ihr könnt Euch die Produkte ansehen, die auch im Shop verkauft werden und auf einem Tisch ausgestellt sind.
Neben dem Restaurant unterhält das Chaya auch noch einen vergleichsweise günstigeren Take Out-Stand namens M-Deli im Untergeschoss des Isetan, sowie ein Cafe und Deli in Yurakucho und zwei Cafes und Shops in der Präfektur Kanagawa (eines davon in Yokohama), da dort ihr Hauptsitz liegt.
Vom Ostausgang der Shinjuku JR-Station ist das Chaya relativ einfach zu finden. Kommt Ihr über die Treppen nach oben draußen, liegt das große ALTA-Kaufhaus mit dem nicht zu übersehenden, flimmernden Bildschirm genau vor Euch. Geht Ihr nun über die Ampel und steht direkt vor dem Eingang des ALTA, geht Ihr nach rechts, einfach immer die große Hauptstrasse geradeaus entlang, bis Ihr nach c.a. 5 Minuten auf der rechten Seite das Isetan-Kaufhaus seht. Dann den Aufzug in den siebten Stock nehmen und nach dem Eingang suchen.

Öffnungszeiten: Täglich 11.00 – 22.00 Uhr.

Homepage: http://www.chayam.jp/restaurant/shinjuku.html

Chaya
Isetan Honkan 7F
3-14-1 Shinjuku
Shinjuku-ku
Tel: 03-3357-0014