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05.03.08

Mochi - 餅

Mochi (Klebreisbällchen) werden besonders häufig und gern zu Neujahr, in Japan das wichtigste Fest im Jahr, verspeist. Auf deutsch werden sie zuweilen auch als „Reiskuchen“ bezeichnet, was jedoch eher Assoziationen an eine Süßspeise weckt, wohingegen Mochi nicht nur als Süßigkeit, sondern in vielen verschiedenen Formen zubereitet und genossen werden können.
Es gibt zwei Arten von Mochi. Die eine ist im Ganzen sehr weich und klebrig und zum Großteil dafür verantwortlich warum jedes Jahr zu Neujahr einige, meist ältere, Menschen daran ersticken, da sie selbst beim guten Durchkauen ihre extrem gummiartige Konsistenz beibehalten. Diese wird oft zu Wagashi (z.b. Dango oder Daifuku) weiterverarbeitet oder auch in Suppen serviert. Die andere Form ist gehärtet und wird erst durch erhitzen weich. Sie wird besonders gern geröstet gegessen (Die genaue Zubereitungsart findet Ihr weiter unten im Blog).
Früher wurde der speziell verwendete Mochi-Reis, welcher Mochi-gome genannt wird und in seiner Konsistenz klebriger ist als herkömmlicher Reis, zur Herstellung zuerst eingeweicht, dann gedämpft und schließlich in Bottichen mit großen Holzhämmern gestampft. Das gleiche Resultat kann bei einer häuslichen Zubereitung erreicht werden, indem man Klebreismehl und Wasser solange verührt, bis das Ganze zu einer zähen und klebrigen Masse wird. Da beide Herstellungsarten nicht nur sehr aufwändig, sondern auch mit extrem viel Kraftaufwand verbunden sind, wird heutzutage überall maschinell produzierter und getrockneter Mochi in Tüten verkauft. In Familien und traditionellen Haushalten wird aber zu Neujahr auch heute noch oft Mochi selbst gemacht, so ähnlich wie sich bei uns in der Weihnachtszeit das Backen zu Hause immer noch großer Beliebtheit erfreut.
Mochi werden in Japan auch oft mit dem Mond in Verbindung gebracht, da diese seine volle, runde Form und Farbe gut repräsentieren. Deshalb isst man sie außer zu Neujahr auch gern bei der Tsukimi (Mondschau). Diese wird im Herbst zelebriert, wenn der Himmel klar und der Vollmond deshalb besonders gut zu sehen ist. Eine süße Anekdote ist weiterhin eine alte Volkslegende in Japan, die besagt, dass auf dem Mond ein kleines Häschen wohnt, welches Mochi stampft und die gerne Kindern erzählt wird, wie bei uns die Geschichte vom Mann im Mond. Schaut einfach einmal ganz genau hin und Ihr werdet den Hasen vielleicht erkennen.

02.03.08

Inarizushi - 稲荷寿司

Inarizushi ist die Bezeichnung für kleine Täschchen aus hauchdünnem frittiertem Tofu (Aburaage), die in einer süßen Marinade aus Zucker und Sojasoße eingelegt sind und dann mit Sushireis gefüllt werden. Ihre Bezeichnung verdanken sie der Göttin Inari, die in Tempeln und Schreinen oft als Fuchs dargestellt wird und dem japanischem Volksmund nach ist Aburaage die Lieblingsspeise von Füchsen.
Man kann sie in Japan fertig für 100-200 Yen überall dort bekommen wo Sushi angeboten wird, auch in Supermärkten und Conbinis. Sie sind neben Onigiri fast das einzig vegane Essen, das in Conbinis erhältlich ist. Deshalb sind sie nicht selten eine Rettung auf der Suche nach etwas Magenfüllendem, wenn keine Kochmöglichkeit besteht, denn schon ein paar von den Täschchen machen sehr satt, da der Reis beim Füllen zusammengepresst wird. Außer als Zwischenmahlzeit eignen sie sich aber auch gut als Beilage, besonders zu herkömmlichen Sushi. Deshalb sind Inarizushi auch eine gute Verwertungs-möglichkeit für den übrig gebliebenen Reis, der eventuell beim Sushi machen oder bei anderen Mahlzeiten anfällt. Die Zubereitung ist denkbar einfach und erfordert keine großartige Übung wie manch andere Sushisorten.



Zutaten:

· Japanischer Reis
· Aburaage-Taschen
· Zucker
· Reisessig
· Salz
· Shouyu
· weisser Sesam (optional)






Zubereitung:

1. Reis waschen und wie gewohnt (am besten im Reiskocher) kochen.
2. Für eine Portion Reis zwei Esslöffel Reisessig mit einem Esslöffel Zucker und einem Teelöffel Salz in einem Gefäß gut vermischen.
3. Die Mischung über den fertiggekochten Reis schütten und mit einem Shamoji oder einem großem Löffel untermengen.
4. Sobald der Sushireis ein wenig abgekühlt ist und sich anfassen lässt, die Aburaage-Taschen aus ihrer Verpackung nehmen, in der Mitte vorsichtig auftrennen und den Reis mit den Händen hineinfüllen. Dabei ist etwas Fingerspitzengefühl angebracht, denn die Taschen sind sehr dünn und reißen leicht.
Den Reis leicht mit den Daumen nachdrücken. Wenn die Taschen etwa halbvoll sind, die obere Hälfte zur Seite hin umklappen. So lassen sie sich beim Essen mit den Stäbchen besser greifen.
5. Zum Verzehr in Sojasoße tunken und genießen.

Anschaffungen und Tips:

Die Aburaage-Taschen für die Inari werden in allen japanischen Geschäften, in denen Lebensmittel angeboten werden, verkauft, manchmal auch in 100 Yen Shops. Sie sind sowohl in Tüten, als auch in Dosen erhältlich und bereits fertig gewürzt und zurechtgeschnitten.

Normalerweise kommen keine andere Füllungen in die Aburaage außer Sushireis und Sesam. Wenn Euch das zu simpel ist, probiert ruhig einmal etwas Neues aus. Ich habe im Internet beispielsweise schon tolle Rezepte mit Gemüsefüllungen gesehen. Besonders Möhren, die unter den Reis gemischt werden, sollen gut zu Aburaage passen, da sie leicht süßlich sind und so den Geschmack ergänzen.

29.02.08

Sushi - すし

Jeder kennt und liebt Sushi. Das war nicht immer so, aber durch japanische Einwanderer in den USA, die zum Teil mit viel Fantasie ganz neue Eigenkreationen, wie die California-Roll erfanden, gewannen die kleinen Häppchen auch im Westen zunehmend an Bekanntheit und vor allem Beliebtheit. Die Auswahlmöglichkeiten an vegetarischen Varianten sind zwar etwas begrenzt, aber Sushi bedeutet nicht zwangsläufig immer Fisch. Deshalb lassen sich besonders mit den Maki, eine Sushiart, bei der eine Füllung und Reis fest von Nori umwickelt werden, mit etwas Kreativität viele vegane Köstlichkeiten zaubern. Für den Inalt der Maki kann man beispielsweise Gurke, Avocado, Spinat, Möhren, Daikon, Kürbis, Umeboshi, Natto, Tofu oder einfach nur Wasabi verwenden. Auch Inarizushi, bestehend aus kleinen gesüßten Taschen aus frittiertem Tofu (Aburaage), in die Sushireis gefüllt wird, sind eine gute Alternative. Man kann den Sushireis auch einfach in eine Schale geben und mit den Zutaten bestreuen oder vermischen, wenn man keine Lust auf das Rollen oder Reste übrig hat. Diese Form nennt sich dann Chirashizushi und wird bevorzugt zu Hause oder aus dem Bento gegessen.
Während in Deutschland Sushi immer noch etwas Besonderes darstellt und recht teuer ist und es sich daher besonders für größere Mengen lohnt diese selbst zu machen, sind in Japan Maki-Sushi und Inarzushi schon ab 100 Yen zu bekommen. Natürlich gibt es nach wie vor auch die teuren, sehr spezialisierten Sushi-Restaurants, aber fast überall wird es auch relativ preisgünstig verkauft. Ob an Take-Out-Ständen zum mitnehmen, in kleineren Läden zum sofort Essen oder in Supermärkten und Conbinis praktisch in der Bentobox, im Heimatland des Sushi müsst Ihr garantiert nicht lange danach suchen.
In letzter Zeit sind nicht nur in Japan immer öfter auch sogenannte Kaitenzushi-Restaurants vorzufinden. Sie werden manchmal auch Mawarizushi genannt, was nichts anderes bedeutet als „sich drehendes Sushi“. Man sitzt dabei an einem runden Tresen, an dem sich ein Laufband oder eine fließende Wasserrinne befindet, auf der die Teller mit den unterschiedlichen Sushisorten an den Gästen vorbei-routieren. Durch dieses praktische System kann man sich also einfach das nehmen, was man gerade essen will, ohne dabei aufzustehen oder eine Bestellung aufgeben zu müssen. Wenn das gewünschte Sushi nicht auf dem Laufband verfügbar ist, ist es natürlich auch möglich beim Personal zu ordern, das sich innerhalb des Thresenrings und in der Küche befindet um ständig für frischen Nachschub zu sorgen. Abgerechnet wird vor Verlassen des Restaurants vorne an der Kasse anhand der Anzahl der gestapelten Teller, die je nach Preis eine andere Farbe haben oder anderweitig entsprechend markiert sind.
Leider tendieren gerade die Kaitenzushi-Restaurants dazu fast ausschließlich Sushi mit Fisch anzubieten und die vegane Auswahl beschränkt sich meist auf Kappa-Maki (mit Gurke), Oshinko-Maki (mit eingelegtem Daikon), und Inarizushi. Manchmal gibt es auch Kanpyou-Maki (mit getrocknetem Kürbis) und Vegetarier können noch mit einem Tamago-Nigiri (mit Omelette) Vorlieb nehmen. Mein geliebtes Horensou- (mit Spinat) und Avocado-Maki z.b., das in Deutschland in jedem Sushi-Restaurant zu bekommen ist, habe ich in Japan leider vergeblich gesucht. Dies war übrigens die wenigen Male, die ich nicht in einem Kaitenzushi-Restaurant essen war nicht viel anders.
Wenn Ihr damit kein Problem habt, bestellt Euch die oben genannten Sorten einfach beim Personal, denn sie sind meistens nicht auf dem Laufband verfügbar. Ansonsten fragt einfach was für vegetarisches Sushi angeboten wird bzw. machbar ist. Vielleicht habt Ihr Glück und erwischt ein Restaurant mit kreativeren Mitarbeitern, die in der Lage sind auch einmal etwas über Ihren Standard-Sushi-Tellerrand hinauszuschauen.

Yakisoba - 焼きそば

Yakisoba sind gebratene Nudeln und ein beliebtes Alltagsessen. Sie werden oft auf Matsuri (Festivals) und überall dort, wo viele Menschen zusammen kommen und es genug Laufkundschaft gibt, an kleinen Essständen verkauft. Dort, wie auch in Restaurants, werden sie auf einem Teppan, einer großen, heißen Stahlplatte zubereitet. Man kann sie aber auch ganz einfach zu Hause in der Pfanne braten.




Ihr braucht dazu:

· 1 Packung Yakisoba-Nudeln
· 1 halbe Zwiebel
· 1 halbe Möhre
· etwas Kohl
· Sojasprossen (optional)
· Nori (optional)
· japanische Worcestersoße
· Mayonnaise
· Shouyu
· Öl zum Braten






Zubereitung:

1. Nudeln ein paar Minuten in heißem Wasser kochen. Danach in ein Sieb geben und abtropfen lassen.
2. Die Zwiebel klein hacken, den Kohl in dünne Streifen und die Zwiebel in kleine Stücke schneiden.
3. Öl in eine Pfanne geben und erhitzen. Die zerhackte Zwiebel hineingeben und kurz anbraten. Danach das übrige Gemüse hinzugeben und unter Wenden etwas braten lassen bis es weich wird.
4. Die Nudeln mit in die Pfanne geben und alles gut durchmischen.
5. Worcestestersoße und Shouyu dazugeben und eventuell noch mit etwas Pfeffer abschmecken.
6. Alles noch ein paar Minuten braten lassen.
7. Zum Servieren nach Geschmack mit Mayonnaise garnieren.
Das Ganze kann noch mit etwas kleingeschnittenen oder zerkrümelten Nori (die es in beiden Formen
fertig zu kaufen gibt) abgerundet werden.

Anschaffungen und Tips:

Yakisoba-Nudeln werden in allen Supermärkten verkauft. Es handelt sich dabei nicht um Soba, wie der Name annehmen lassen würde, sondern um Nudeln aus Weizenmehl.
Vorsicht, in vielen Packungen ist bereits ein kleines Tütchen mit Yakisoba-Soße dabei, die jedoch Fisch enthält. Diese kann bei der Zubereitung natürlich auch einfach weggelassen werden, da sich aber der Kauf eines Produktes, das Extrakte aus totem Tier enthält, nicht empfielt, sucht am besten nach Packungen ohne Tütchen-Beigabe.

Eifreie, also vegane Mayonnaise bekommt man in Health Food Stores oder im Seiyu, das ist eine japanische Supermarktkette. Die Japaner lieben Mayonnaise und tunken gern so ziemlich alles in die weiße Pampe. Zuerst hatte ich ein wenig Vorbehalte gegen Nudeln mit Mayo, aber seitdem ich einmal diese Variante probiert habe, bin ich der Meinung, dass zu guten Yakisoba definitiv ein Mayonnaise-Topping gehört und esse sie sogar in Deutschland nur noch so.

Neujahrs-Mochi - お正月餅

Mochi sind runde Klebreisbällchen, welche in Japan besonders oft und gern zu Neujahr gegessen werden. Da ihr Genuss aber nicht unbedingt immer mit Neujahr verbunden sein muss und sie zudem eine schöne vegane Leckerei sind, zeige ich Euch hier im Folgenden eine der Zubereitungs- und Verzehrweisen zum Nachmachen.


1. Herdplatte erhitzen und die zunächst noch harten, eckigen Mochi auf einem speziellen Metallgerüst mit langem Stiel, das auf die Herdplatte gelegt wird, drapieren.
Die Mochi werden durch die Hitze zunächst weich und verlieren Ihre Form. Sie beginnen durch die Röstung außen hart zu werden und sich teilweise innen mit Luft zu füllen. Wenn sie schließlich rund und außen schön knusprig sind, nehmt Ihr das Metallgerüst samt Mochi von der Herdplatte und lasst das Ganze kurz ein wenig abkühlen.








2. Rührt in einer kleinen Schüssel mit Euren Essstäbchen eine Soße aus Shouyu und Zucker an, in die Ihr später die Mochi tunken könnt und stellt sie bereit. Serviert dazu die noch heißen Mochi auf einem Teller zusammen mit koreanischen oder kleingeschnittenen japanischen Nori.









3. Stecht nun fest mit beiden Essstäbchen in die Mitte des Mochis und brecht es, wie auf dem Bild zu sehen in zwei Hälften auseinander. Das ist nicht immer ganz einfach, da das Mochi außen sehr hart und in der Mitte sehr klebrig und zäh ist. Es ist also etwas Übung mit den Stäbchen erforderlich. Ihr könnt zur Not aber auch andere Mittel zu Hilfe nehmen, z.b. ein Messer.









4. Nun mit den Stäbchen ein Noriblatt aufnehmen, um das Mochistück legen, das ganze in die Soße tunken und ab in den Mund.
Itadakimasu!








Anschaffungen und Tips:

Vorgefertigte und getrocknete Mochi, die zur Zubereitung nur noch erhitzt werden müssen, sind in jedem japanischen Supermarkt zu haben. Sie sind weiß, rechteckig und sehr hart. Wenn Ihr im Geschäft denkt „Was hat die Seife hier in der Lebensmittelabteilung zu suchen?“, seid Ihr genau richtig!

Für die Nori empfehle ich koreanische Nori zu benutzen. Diese sind aufgrund ihrer stärkeren Röstung knackiger und da noch einmal extra gesalzen, würziger als japanische Nori und extrem schmackhaft.
Übrigens auch ein perfekter kleiner Snack für zwischendurch (als Alternative zur Chipstüte), da kalorienarm, aber nicht sehr füllend und eher als Gaumenfreude geeignet.

Das Metallgerüst, das auf die Herdplatte gelegt wird, nennt sich Kana-ami und wird in Japan des öfteren zum Rösten von Speisen verwendet. Es ist in allen gutsortierten 100 Yen Shops zu bekommen.


28.02.08

Dango - 団子

Dango ist eigentlich einfach nur das japanische Wort für Kloß bzw. für Klöße. Damit können alle möglichen Klöße gemeint sein. Am verbreitetsten unter ihnen ist jedoch eine Form von Wagashi (traditionelle japanische Süßigkeiten), die aus weichen Mochi (runde Klebreisbällchen) besteht und unterschiedlich zubereitet wird. Sie werden oft auf einem langen Holz- oder Bambusspieß aufgespießt verkauft und gegessen.
Klassische Wagashi sind in vielen Fällen vegan. In den meisten Stadtteilen Tokyos gibt es kleine Wagashi-Läden, in denen die Süßigkeiten traditionell von Hand hergestellt werden und daher manchmal recht teuer sind. Ich empfehle Euch aber in jedem Fall Wagashi einmal zu probieren wenn Ihr in Japan seid. Am besten schmecken sie natürlich zu einer Tasse grünem Tee, da sie sehr süß sind und so den etwas bitteren Geschmack des Tees ausgleichen. Deshalb stammen Wagashi ursprünglich auch aus der Sadou (Teezeremonie), in der sie auch heute noch oft zum Tee genossen werden. Sind Euch die Wagashi in den traditionellen Geschäften zu kostspielig, könnt Ihr manche Formen auch abgepackt in japanischen Supermärkten und sogar Conbinis finden. Ziemlich beliebt und auch mein persönlicher Favorit sind z.b. Mitarashi-Dango, bei denen die Mochi zuerst geröstet und dann mit einer süßen, klebrigen, aus Shouyu, Zucker und Stärke bestehenden Soße bestrichen werden. Sie kommen ursprünglich aus Kyoto und werden auch oft auf Festivals verkauft. Ihr erkennt sie leicht an ihrem Glanz und der goldbraunen Farbe. Manchmal wird bei der Herstellung etwas Ei beigemischt. Wenn Ihr vegan seid, müsst Ihr also eventuell ein bisschen suchen und Inhaltslisten vergleichen.
Meine bisher köstlichsten Mitarashi-Dango habe ich in Kamakura (einer historischen Stadt ungefähr eine Stunde mit dem Zug von Tokyo entfernt und beliebtes Ausflugsziel für Einheimische sowie Touristen gleichermaßen) auf einer Straße gegessen, in der sich viele kleine traditionelle Läden befanden, die draußen ganz frische und teilweise noch warme Wagashi und Senbei verkauften. Der Geschmack war wirklich überragend und nichts im Vergleich zu den Mitarashi-Dango, die man im Supermarkt bekommt. Wenn Ihr einmal nach Kamakura kommen solltet, lasst Euch diese Gaumenfreude auf keinen Fall entgehen.

Misosuppe - 味噌汁

Die Misosuppe ist ein fester Bestandteil eines jeden traditionellen Frühstücks in Japan und wird bei diesem meist zusammen mit einer Schüssel weißem Reis gereicht. Auch bei Hauptspeisen wird sie oft als Beilage gegessen und ist somit nicht aus der japanischen Küche wegzudenken. Allerdings besteht die Basis der Suppe normalerweise immer aus Dashi, es sei denn Ihr esst in einem rein vegetarischem Restaurant. Dort wird oftmals eine Dashi, die aus Algen hergestellt wurde (Konbu-Dashi) als Grundlage verwendet.
Zutaten, die oft in eine Misosuppe kommen sind Tofu, Wakame, Frühlingszwiebeln, Lauch und Shiitake.
Da eine Misosuppe ein guter Start in den Tag und zudem auch noch sehr gesund (enthält z.b. viel Vitamin B12) ist, möchte ich Euch das Rezept einer einfachen veganen Variante nicht vorenthalten.



Ihr braucht:

· Misopaste (rot oder hell)
· Konbu-Dashi oder Gemüsebrühe
· 1 Block Seidentofu
· 1 Bund frische Frühlingszwiebeln









Zubereitung:

1. Konbu-Dashi oder Gemüsebrühe anrichten und erhitzen.
2. Knapp 2 Esslöffel der Misopaste hineingeben und gut verrühren. Da Miso leicht klumpt und nicht sehr löslich ist, könnt Ihr die Paste entweder vorher in einem gesondertem Behälter mit etwas Brühe anrühren oder Ihr haltet einen Esslöffel mit der Paste in den Kochtopf und löst sie mit zwei Essstäbchen und lockernden Bewegungen auf.
Nachdem die Misopaste in der Brühe angerührt ist, das ganze nicht mehr zum Kochen bringen, da sonst der Geschmack verloren geht und die Suppe säuerlich wird.
3. Den Block Seidentofu (für 3 Portionen reicht ein halber Block) vorsichtig in Würfel schneiden und in die Suppe geben. Kurz erhitzen lassen und nicht mehr umrühren, da speziell Seidentofu sehr zerbrechlich ist.
4. Frühlingszwiebeln in kleine Ringe schneiden.
5. Die Suppe in eine kleine Suppenschüssel füllen und mit den Frühlingszwiebeln garnieren.

Anschaffungen und Tips:

Wenn irgendwie zur Hand, empfiehlt es sich Konbu-Dashi zu verwenden, da diese eher mild ist und den charakteristischen Miso-Geschmack nicht untergräbt. Bei einer Zubereitung mit Gemüsebrühe kann es schnell passieren, dass die Suppe zu stark bzw. zu salzig wird. Deshalb bei der Menge des Gemüsebrühpulvers sehr sparsam sein.

Misopaste gibt es als Akamiso (rot) oder Shiromiso (hell) zu kaufen. Wählt je nachdem ob Ihr eher eine milde (Shiromiso) oder lieber eine kräftige, würzigere (Akamiso) Misosuppe haben möchtet. Ihr könnt beide Pasten auch beliebig miteinander kombinieren.
Achtet beim Kauf unbedingt auf die Inhaltsliste, da nicht wenige Misopasten Fischextrakt enthalten!

Wakame bekommt Ihr in japanischen Geschäften unter anderem auch als kleine Suppenalgen, die sehr praktisch sind und die Ihr, ohne sie vorher lange einweichen zu müssen, einfach am Anfang mit in die Brühe gebt und sie mitkochen lässt oder ein paar Minuten vor dem Servieren in die fertige Suppe. Rührt dann ein paar Mal mit dem Stäbchen um, damit die getrockneten, eingerollten Algen sich „öffnen“ können.

26.02.08

Oden - おでん

Kennt Ihr Oden, eine Art Suppe, in der unter anderem frittierter Tofu und andere Zutaten drin herumschwimmen und die besonders im Winter oft in den Cobinis vorne an der Kasse verkauft wird?
Ich, als große Liebhaberin von Suppen und warmen Speisen, kann jedenfalls nie daran vorbei gehen ohne Hunger zu bekommen. Da aber als Basis jedes Odens definitiv Dashi verwendet wird, hilft alles nichts, außer es sich zu Hause selbst zu kochen!
Oden wird gerne als Eintopf gegessen, ursprünglich mit verschiedenen Sorten von Fischkuchen, manchmal auch Fleisch und (gekochten) Eiern. Da die Zutaten für einen Oden jedoch nicht festgelegt sind, lasst einfach Eure Phantasie etwas spielen und gebt nach Belieben und Geschmack das hinzu, was Ihr gerade zur Hand habt. Gängige vegane Zutaten sind z.b. Aburage, Atsuage, Daikon, Kartoffeln, Karotten, Shiitake, Wakame und Konnyaku. Getunkt werden die Zutaten aus dem Oden dann gern in Karashi (scharfen Senf), Miso oder einfach nur Shouyu, bevor sie in den Mund befördert werden.

Hier ein Rezept für ein relativ schnell gemachtes Abendessen, bestehend aus einem sehr simplen Oden, Spinat und Reis mit Pilzen.




Die genauen Zutaten:

. Atsuage
. Aburage
· Gemüsebrühe oder Konbu-Dashi
· Ein Bündel frischer Spinat
· Kurogoma (schwarzer Sesam)
· Shirogoma (weißer Sesam)
· Eine Tasse Reis
· Japanische Pilze
· Shouyu (Sojasoße)



Anschaffungen und Tips:

Atsuage (frittierten Tofu) bekommt Ihr in jedem Supermarkt in den unterschiedlichsten Formen. Ob rund, dreieckig, würfelförmig oder als Atsuage, haltet einfach einmal danach Ausschau. Vorsicht ist jedoch, wie immer, bei den Inhaltsstoffen gegeben, da es wirklich Hersteller gibt, die anscheinend meinen, dass Fisch im Tofu eine unglaublich gute Idee ist.

Was ich in Japan manchmal vermisse, ist Tiefkühlspinat, besonders in seiner vorportionierten und gewürzten Form, eignet er sich doch perfekt für Curry, Füllungen, sowie Pastasoßen und ist einfach praktisch. In Japan gibt es jedoch nur frischen Spinat in Bündeln zu kaufen, welcher jedoch auch nicht zu verachten ist und einige Vorteile hat. So ist er sehr gesund und kann aufgrund seines Eigengeschmacks gut einfach nur pur oder getunkt in ein wenig Sojasoße gegessen werden.

Gemüsebrühe ist in Japan relativ schwer zu bekommen. In ihrer uns bekannten Form im üblichen Handel nicht erhältlich, müsst Ihr mit Brühwürfeln vorlieb nehmen, die es auch nur in ausgewählten Supermärkten gibt. Wenn Ihr auf Anhieb keine findet, nehmt statt dessen einfach Konbu-Dashi, die es überall als Instantpulver zu kaufen gibt. Für einen etwas kräftigeren Suppengeschmack könnt Ihr dann noch etwas Shouyu hinzugeben.

Zubereitung:

Den schwarzen Sesam (beliebig viel) unter den Reis mischen und das ganze ab in den Reiskocher.
In der Zwischenzeit nun den Spinat gut waschen, mit einem Hochou in dünne Streifen schneiden und c.a. 10 Minuten in heißem Wasser kochen lassen.
Die Gemüse- oder Konbubrühe anrichten und zum Kochen bringen. Die Atsuage-Stücke einfach hinein geben und das ganze ebenfalls gute 10 Minuten köcheln lassen, damit der Atsuage den Geschmack der Suppe annimmt. Je nachdem ob Ihr vorhabt die Brühe anschließend zu trinken oder nicht, kann sie mehr oder weniger stark sein.
Ist der Spinat fertiggekocht, das Kochwasser abgießen und gut abtropfen lassen. Den Shirogoma kurz in einer heißen Pfanne anrösten und über den Spinat geben. Dazu Shouyu zum Tunken bereit stellen.
Mittlerweile müsste auch der Reis fertig sein. Diesen einfach nur in eine Schüssel geben und mit den Pilzen garnieren. Fertig!

21.02.08

Healthy Kan - ヘルシー舘

Nachdem ich gehört hatte, dass es in Ichigaya, wo ich mich je- den Tag aufhielt, ein vegetarisch-freundliches Bio-Restaurant geben sollte, war für mich klar, dass dies sofort ausgetestet werden musste. Tatsächlich war das Healthy Kan nur einen Katzensprung von meiner Uni entfernt und so machte ich mich eines Tages nach dem Unterricht, wie immer völlig ausgehungert, auf den Weg dorthin.
Entsprechend meines Hungers war ich voller Vorfreude auf ein leckeres Essen und nachdem ich in dem kleinen Lokal Platz genommen hatte und die Bedienung nach einer veganen Option fragte, bekam ich das Lunch-Set empfohlen, das sich mit c.a. 1000 Yen in der gewöhnlichen Preisklasse bewegte und an dem Tag ausgerechnet aus einem Curry bestand. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein riesiger Curry-Fan. Aber ein veganes Curry zu bekommen gehört zu den leichtesten Aufgaben eines sich Tierprodukts-frei ernährenden Menschen in Tokyo und dem- entsprechend „versorgt“ ist man demzufolge meist mit diesem Essen, besonders weil es in Japans Hauptstadt Massen an guten indischen Restaurants gibt, die einem zum Teil wirklich fantastisches Curry bieten.
Alternativen schien es jedoch nicht wirklich zu geben, zumindest nicht für meinen schmalen Studentengeldbeutel und da das Healthy Kan kein rein vegetarisches Restaurant ist, bestand knapp die Hälfte des Angebots aus Fleisch- und Fischspeisen und in manchen Gerichten ist Dashi enthalten.
Eigentlich wird in diesem Lokal zum überwiegenden Teil japanisches Essen geboten und obwohl enttäuscht, dass mir wieder einmal die Chance auf ein Fleisch- und Fisch-freies Washoku verwehrt blieb, entschied ich mich den Lunch zu probieren.
Wie der Name des Restaurants bereits verrät, legt das Healthy Kan viel Wert auf gesundes Essen, frei von Chemikalien und Zusatzstoffen und so war es auch kein Wunder, dass das Curry sehr leicht und natürlich schmeckte, weitgehend fettarm war, aber ansonsten keine großen Überraschungen für mich bereit hielt.
Nach dem Essen hatte ich auf jeden Fall das Gefühl meinem Körper etwas Gutes getan zu haben, dafür hielt die Sättigung nicht besonders lange an.
Das Restaurant hat alles in allem, besonders wegen der kargen Menüauswahl, beileibe keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, wenn ich aber einmal wieder in Ichigaya sein sollte, werde ich das Healthy Kan sicher noch einmal aufsuchen um mich eventuell vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Vielleicht habe ich beim nächsten mal ja mehr Glück beim Lunch-Angebot.
Kommt Ihr aus dem Hauptausgang der Ichigaya-Station, überquert Ihr nicht die große Kreuzung, sondern geht direkt nach rechts, den Hügel hoch immer geradeaus, bis Ihr nach ein paar Minuten auf der rechten Seite das Asahi Rokubacho Mansion Gebäude seht. Der Name steht in Kanji angeschrieben. Wenn Ihr kein japanisch lesen könnt, fragt am besten jemanden nach dem Gebäude. Nehmt die Treppe in den zweiten Stock und ihr seht den Eingang mit einem Schild draußen vor Euch.

Öffnungszeiten: Täglich von 11.30 – 14.30 und von 16.30 – 21.00 Uhr, Sonntags geschlossen

ヘルシー舘 - Healthy Kan
Asahi Rokubacho Mansion 2F
6-4 Bancho
Chiyoda-ku

Tel: 03-3263-4023